Schlagwort Regenwald

Maliau Basin am 19.01.2023 01:24 (katarina) [460]

Agathis Tree zwischen Ginseng und Agathis Camp (Foto: chari , Maliau Basin, Sabah, Malaysia am 19.01.2023) [5633]

Das Erleben von Harmonie und Gleichgewicht der Natur

Als wir 2009 unsere erste gemeinsame Borneo Reise planen, treffen wir uns in der Schönen Aussicht - einem Ausflugslokal mit Blick auf Bielefeld - und breiten die Borneo Karte auf einen großen Tisch aus. Mein Blick fällt ziemlich bald auf ein interessantes Gebiet mit dem Namen Maliau Basin: Eine hügelige Region, weit und breit offensichtlich ohne Zivilisation und Straßen. Unsere Recherchen ergeben, dass es sich um ein fast unberührtes Gebiet handelt, in dem bisher kaum Menschen waren. Es wird als vergessenes Sabah (Lost Sabah) bezeichnet. Diese Unwegsamkeit hat die Region vorm Abholzen bewahrt, bis es nun den Status einer Conservation Area bekommen hat. Es darf nur von Forschern oder mit Genehmigung betreten werden.

Bis Januar 2023 hat es gedauert, bis sich der Traum erfüllt, dieses Gebiet zu besuchen. Ich bin aufgeregt und skeptisch zugleich. Wir möchten 3 Tage im Primärregenwald wandern gehen mit 2 Übernachtungen mittendrin in Camps. Wie werden die Wege sein? Was werden wir alles erleben? Ist es so anders als bisherige Wanderungen im Regenwald? Gefährlicher? Wer wird in unserer Gruppe sein?

Meine Vorstellungen werden absolut übertroffen. Es ist unglaublich schön und fühlt sich wunderbar an die Natur hier zu erleben. Alles zeugt von Harmonie und Gleichgewicht. Es ist genügend Raum für die Pflanzen- und Tierwelt. In der Ferne hören wir mehrfach den Malaienbär, Gibbons, Nashornvögel, Zikaden, ...

Natürlich ist es schweißtreibend und ich bin heilfroh, dass ich für die steilen Anstiege und Abstiege einen Stock dabei habe. Diesen hat Fida mit mir am Startpunkt, dem Agathis-Camp, ausgewählt.

Wir sammeln viele Erfahrungen mit Leeches (Blutegeln) und verlieren immer mehr den Schrecken vor ihnen.

Ein absolutes Highlight sind die Wasserfälle: Imposant, gewaltig und wunderschön. Wir schaffen 4 von 5 Wasserfällen anzuschauen und zu erleben. Schon am ersten Abend im Nephentes Camp ist klar, wir werden wieder kommen und versuchen das Maliau Basin in unsere Borneo Reise zu integrieren.

George Town am 16.12.2022 08:55 (katarina) [451]

Pantai Kerachut im Nationalpark - hier kommen auch Schildkröten gerne hin (Foto: katarina , George Town, Penang, Malaysia am 15.12.2022) [5555]

Der Strand ist das Ziel

Endlich wieder Regenwald. Nach fast 4 Jahren ist das die erste Dschungel-Tour. Wir sind im Nationalpark - im Norden der Insel Penang und es fühlt sich unglaublich vertraut an. Ich bin froh als der gepflasterte Weg in einen steilen Pfad übergeht. Wurzeln, Lianen, lehmiger Boden und Sandstein machen das Wandern im Regenwald zu einem Ganzkörpertraining und ersetzen jede Sauna. Das Erlebnis wirkt noch mal intensiver durch die Urwald-Geräusche: Zikaden, Vogelgesang und dann plötzlich ein Rascheln. Wir bleiben stehen und orten das Geräusch: Es ist ein Silverleaf-Monkey, den wir eine Weile beobachten können.

Unser Ziel ist der Schildkrötenstrand - Pantai Kerachut. Der Weg ist sehr gut markiert und erst an der letzten Abzweigung vorm Strand gehen wir die Variante um den Meromictic Lake. Es gibt nur drei Seen dieser Art in Asien. Hier fließen 5 Flüsse und das Meer selbst in diesen See. Eine wunderschöne Stimmung. Wir sehen und hören Wasservögel und beobachten einen Weißbauchseeadler wie er seine Kreise schwingt. Der einzige kleine Wermutstropfen: Wir dürfen nicht schwimmen. Der Einstieg ins Meer gefährlich steil und es gibt zu bestimmten Jahreszeiten sehr viele Quallen. Also verlassen wir dieses Naturparadies nur mit einer kurzen Erfrischung der Füße und Beine :-)

Langeoog am 15.10.2022 09:15 (katarina) [445]

volle Konzentration beim Manövrieren auf dem Mesilau (Foto: katarina , Gunung Mulu National Park, Sarawak, Malaysia am 17.08.2016) [4754]

Die Schützer des Waldes freuen sich

Es ist ein großer Erfolg: Für die Penan (indigenes Volk auf Borneo), für die Tierwelt, für den Erhalt von Primärregenwald und somit für uns alle! Verhindert werden konnte, dass nach jahrelangem Protest eine Palmöl-Planatage direkt beim Gunung Mulu Nationalpark entstehen sollte. Die Regierung des Bundesstaates Sarawak hat nun die Genehmigung zurück gezogen.

Für die indigenen Völker ist der Wald ihre Lebensgrundlage. Verschwindet er, sind sie gezwungen in staatliche Wohnprojekte zu ziehen, raus aus dem Wald. Das Zusammenspiel Mensch und Wald, ein großes Wissen verschwindet somit mehr und mehr.

Wie können sich indigene Völker dagegen wehren, dass ihnen ihr Lebensraum genommen wird? Das hat mich schon beim Film über Bruno Manser (ein schweizer Umweltaktivist, der bei den Penan gelebt hat) beeindruckt. Er hat versucht den indigenen Völkern eine Stimme zu geben, das Verschwinden des Waldes und die Profitgier der Palmöl-Konzerne sichtbar zu machen, indem er Presse- und Öffentlichkeits-Arbeit betrieben hat. Und: Er ist auf die Idee gekommen, die Gebiete der indigenen Völker zu kartieren. Durch die Kartierung wird das Territorium der indigenen Völker in Landkarten übertragen. Sie erhalten somit Rechte. Es wird für die Konzerne schwieriger dort einfach Bäume zu fällen und Palmöl-Plantagen zu errichten.

Einen wichtigen Beitrag leisten Organisationen wie Rettet den Regenwald und auch wir alle, die wir Petitionen unterstützen oder Geld spenden, damit z.B. Kartierungen vom Gericht anerkannt werden.

Ein großer Erfolg für uns alle!

Mehr Infos bei Rettet den Regenwald

der Laden am 10.11.2017 17:08 (katarina) [385]

Orang-Utan (Foto: chari , Bukit Lawang, Sumatra, Indonesien am 22.04.2015) [4612]

Die unglaubliche Entdeckung des Tapanuli-Orang-Utan

Auf unseren Borneo und Sumatra Reisen sind wir ihnen schon einige Male begegnet. Begegnungen mit Orang Utans hinterlassen einen tiefen Eindruck. Der Orang-Utan gehört zu unseren nächsten Verwandten in der Tierwelt. Sie sind hochintelligent, erfindungsreich und extrem lässig. Es ist ein sehr berührendes Erlebnis zu sehen, wie sie sich durch die Bäume schwingen, sie in ihren Baum-Nestern zu entdecken oder gar in ihre Augen zu schauen. Orang heißt auf malaiisch Mensch. Hutan ist der Wald. Beides zusammen ergibt den Begriff Menschen des Waldes. Die Menschen des Waldes benötigen große zusammenhängende Wälder und diese werden leider immer seltener. Das macht sie zu einer vom Aussterben bedrohten Gattung.

Es ist daher beinah unglaublich, dass ein Forscherteam der Universitäten Zürich und Canberra in einem abgelegenen Teil Nordsumatras eine neue Orang-Utan Art bestimmen konnten. Der Tapanuli-Orang-Utan ist die wohl älteste Menschaffen-Spezies. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum vom Sumatra-Orang-Utan. Ihr rötliches Fell soll nur etwas krauser sein. Unterschiede wurden jedoch im Verhalten und ihrem Lebensraum festgestellt. Der Tapanuli-Orang-Utan lebt in Hochlandwäldern und weist nach neuesten Untersuchungen auch genetische Unterscheide auf.

Die Tapanuli-Population besteht nach derzeitiger Kenntnis aus nur 800 Individuen. Ein Staudamm ist in dieser Region geplant und könnte das 1.000 km² große Gebiet der Tapanuli Orang-Utans zerstückeln.

Für naturaMUNDO ist es eine Herzensangelegenheit unsere Mitreisenden für diesen wertvollen Lebensraum zu sensibilisieren, gleichzeitig den Artenreichtum und dessen Bedrohung vor Augen zu führen.

Jeder von uns kann etwas tun. Konsumiert bewusst. Verzichtet auf Palmöl. Setzt euch für den Erhalt der wenigen verbliebenen Schutzgebiete und Nationalparks ein. Es lohnt sich :-)

Einige interessante Berichte darüber im Netz:
Artikel im theguardian mit Video
Artikel in der Süddeutschen

Bielefeld am 20.01.2017 07:09 (katarina) [363]

Brücke zum first Beach im Permai Rainforest Resort (Foto: katarina , Santubong, Sarawak, Malaysia am 30.12.2016) [4795]

BORNEO - Eindrücke, die bleiben!

Eine wunderbare Reise liegt hinter uns. Auch wenn ich schon so oft auf Borneo war, fühlt es sich im Nachhinein wie ein Rausch an. Farbenfrohe Tempel, kulturelle Vielfalt, das wilde südchinesische Meer, bezaubernde Orang Utans und dieser tropische grüne Regenwald - jeder Schritt darin ist mit Körpereinsatz und dem Aufnehmen der vielfältigen Sinneseindrücke verbunden. Über Wurzeln gehen, den je nach Feuchtigkeit variierenden Untergrund spüren, die Geräusche des Waldes hören, den Ruf der Gibbons und Nasenaffen, ... Je tiefer wir in den Regenwald kommen, desto mehr lernen wir die Geräusche, die wir hören, zu unterscheiden: Ja, das war tatsächlich eine Gruppe von Nashornvögeln, die über uns flog.

Die Nationalparks auf Borneo sind ein wichtiges Refugium für die Pflanzen- und Tierwelt geworden, da drumherum der Lebensraum mehr und mehr schwindet. In den geschützten Gebieten findet sich noch Primär-Regenwald und die vielfältigen Vegetationzonen von Mangroven- bis Nebelwald. Jedes Mal freue ich mich wie ein Kind, wenn wir mit der kleinen Turboprop-Maschine in den Mulu Nationalpark fliegen und dort 4 Tage verbringen, davon 2 Nächte im Camp 5 - mittendrin im größten Nationalpark Sarawaks.

Nach der Reise ist vor der Reise! Wir haben bereits neue Borneo-Pläne geschmiedet, wo wir nächstes Mal gerne hin wollen :-)

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